Hypnosebehandlung des Tinnitus

Hat sich ein Tinnitus etabliert, droht für Patienten die Gefahr, in einen Alarmzustand zu gelangen, der sich chronifizieren kann:

 

Werden ihre Ohrgeräusche als zunehmend belastend empfunden und richtet sich ihr Denken und Fühlen immer mehr auf den Tinnitus, kann er zum Hauptthema werden, das alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Doch je größer die Aufmerksamkeit, desto deutlicher wird er gehört und umso stärker wird die Belastung.

 

In diesem Teufelskreis gefangen, steigt der innere Stresspegel an, die emotionale Belastung nimmt zu, sie wird zu einem Dauerzustand.

 

Auch wenn Betroffene das verstehen, das heißt: rational nachvollziehen, fällt es ihnen meistens schwer, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Mit ihrem bewussten Denken und Wollen arbeiten sie gegen den Teufelskreis an, doch diese bewusste Bemühung lässt die Spannung nur noch mehr steigen und zieht die Aufmerksamkeit noch mehr an.

 

Je mehr die Betroffenen weghören wollen und je mehr sie sich darum bemühen, sich von den Geräuschen zu distanzieren, desto belastender können sie werden.

 

Man kann von einer Problemtrance sprechen, in der die Patienten gefangen sind. Mit ihren bewussten Willenskräften können sie kaum einen Ausweg finden. Ihre bewussten Anstrengungen verschlechtern die Symptomatik oft noch. Auch wenn es sich seltsam anhören mag, sind sie bereits in einer Trance, in einer negativen Trance, gefangen im Problemzustand.

 

Hypnosetherapeutisch geht es darum, die Problemtrance aufzulösen. Werden in klinischer Hypnose Kräfte im Inneren aktiviert, auf die das Bewusstsein nicht zugreifen kann, so ist es das Ziel der hypnotischen Arbeit, den Alarmzustand aufzulösen, in dem Patienten sich befinden, und die Geräusche "weggehen" zu lassen.

 

Viele Patienten haben zwar Sorgen, ob sie überhaupt loslassen können und ob sie hypnotisierbar sind. Diese Sorgen sind unnötig, bei den meisten Menschen zumindest.

 

Um in eine Hypnose zu gelangen, lässt man etwas in sich geschehen, und zwar genau das Gegenteil dessen, was man in seinem Wachzustand macht.

 

Im Wachzustand haben viele den Eindruck, dass sie die Kontrolle hätten. Doch an ihren Symptomen erleben sie, dass sie sich der Kontrolle entziehen. Der Weg einer Hypnosebehandlung ist keiner des Kontrollverlusts. Stattdessen können Patienten lernen, so mit sich selbst zu kommunizieren, dass sie mit Kräften des Unbewussten auf ihre Symptome einwirken können.