Hypnose Hamburg Dr. phil. Elmar Basse

Das neuronale Modell

Wenn wir den Blick auf uns selber werfen, neigen wir nicht selten dazu, Körper und Psyche als getrennt zu betrachten.

 

Haben wir körperliche Probleme, so steht der Körper im Mittelpunkt und wird nach organischen Befunden gesucht. Dass auch die Psyche betroffen ist, verstehen wir meist nur als Nebenfolge.

 

Bei psychischen Themen ist es entsprechend: Die Angst zum Beispiel erscheint als etwas Psychisches. Wir haben Gedanken und Gefühle der Angst. Wenn wir sie wieder loswerden möchten, müssen wir sie bearbeiten. Dass auch der Körper betroffen ist, erscheint uns als Folge unserer Angst.

 

Doch ist es häufig nicht ganz anders? Kommt, um beim Beispiel der Angst zu bleiben, häufig nicht erst die Emotion, bevor der Verstand sich einschaltet?

 

Charles Darwin machte den folgenden Test, in dem er eine Situation erzeugte, von der für seinen Verstand vollkommen klar war, dass ihm keine Gefahr dabei drohte:

 

"Ich brachte mein Gesicht dicht an die dicke Glasscheibe vor einer Puff-Otter in dem zoologischen Garten mit dem festen Entschluss, nicht zurückzufahren, wenn die Schlange auf mich losstürzte. Sobald aber der Stoß ausgeführt wurde, war es mit meinem Entschluss aus, und ich sprang ein oder zwei Yards mit erstaunlicher Geschwindigkeit zurück. Mein Wille und mein Verstand waren kraftlos gegen die Einbildung einer Gefahr, welche niemals direkt erfahren worden war."

 

In einem von Daniel Goleman (Emotionale Intelligenz) beschriebenen Test wurden Menschen, die sich generell vor Schlangen fürchten, Bilder von Schlangen präsentiert. Obwohl sie sagten, sie empfänden bei diesen Bildern keine Angst, konnte man mit Sensoren einen Ausbruch von Schweiß auf der Haut feststellen. Der Körper hatte schon reagiert. Zeigte man die Bilder weiter, so gelangte der Angstimpuls schließlich auch in den bewussten Verstand.

 

Neurobiologisch lässt sich heute nachweisen, dass dem "bewussten Erleben von Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen unbewusste neuronale Prozesse in einem gut messbaren Rahmen von einigen Hundert Millisekunden zeitlich vorhergehen" (Gerhard Roth).

 

Das Unbewusste, das in unserem Körper liegt, geht dem bewussten Erleben voraus. Die Ursachen dessen, was für uns erlebbar wird, liegen in unserem Organismus. Hypnose kann ein Weg sein, mit diesem Unbewussten den Kontakt aufzunehmen.