Hypnose Hamburg Dr. phil. Elmar Basse

Gibt es die "eine wahre Ursache"?

Alles im Leben hat einen Grund, meistens jedoch mehrere oder sogar eine Vielzahl von Gründen. Das trifft ganz besonders auf so komplexe Systeme wie den menschlichen Organismus zu.

 

Ich vertrete ausdrücklich kein monokausales Konzept der Form "weil damals x geschehen ist, deswegen bin ich heute in dem Zustand y". Also z.B.: "Weil ich in meiner Kindheit dieses bestimmte Erlebnis gehabt habe, deswegen leide ich heute an diesem bestimmten Problem." Oder noch konkreter: "Ich habe heute (z.B.) diese soziale Angst, weil mich meine Eltern in einer bestimmten Weise behandelt haben."

 

Viele meiner Patienten haben offenbar therapeutische Prozesse durchlaufen, die der obigen Vorstellung folgen. Es wird nach der wahren Ursache geforscht.  Zumindest kam es bei diesen Menschen so an, dass die Entdeckung der wahren Ursache das Ziel der Therapie sei.

 

Denn die einen sagen mir dann, leider sei trotz auch aufwendiger Suche nicht die wahre Ursache entdeckt worden und das Problem bestehe daher weiter. Die anderen sagen, sie wüssten inzwischen zwar die wahre Ursache, aber - ebenfalls - das Problem bestehe weiter oder habe sich zumindest nicht deutlich verringert.

 

(Selbstredend kommen nur Menschen zu mir, wenn sie nicht bereits geheilt worden sind. Ich erlaube mir hier also kein Urteil über die mögliche Wirksamkeit anderer Verfahren, sondern möchte nur meinen eigenen Ansatz erklären.)

 

Was erwarten diese Patienten dann von einer Behandlung mit Hypnose? Meist haben sie im Internet von Hypnoseanbietern gelesen, die ihnen versprechen, die "wirklich wahre Ursache" zu entdecken. Hypnose würde im Unbewussten die wahre Ursache ausgraben und zugleich auch auflösen können.

 

Die Erfahrungen sind wohl nicht selten enttäuschend. Patienten berichten, sie hätten das nicht als Hypnose erlebt. In einem leichten Trancezustand sollten sie Fragen beantworten. Angeblich spreche das Unbewusste, sie seien aber immer "ganz wach" gewesen. Es kommt wohl nicht immer viel Neues heraus.

 

(Auch hier zitiere ich nur Patienten, die unbefriedigende Erfahrungen machten, für andere kann es ja hilfreich sein.)

 

Ich möchte dazu nur Folgendes sagen: Die Hypnoanalyse ähnelt wohl nicht grundlos schon in ihrem Namen der Psychoanalyse Sigmund Freuds. Dieser war selbst lange Jahre Hypnosetherapeut. In oft langen, aufwendigen Prozessen forschte er nach der Wahrheit im Unbewussten.

 

Aus seiner Hypnosetherapie entwickelte er später die bekannte Psychoanalyse (die Übergänge sind gut dokumentiert). Anfangs sollte sie nur einige Monate brauchen, bald schon sprach man von einem halben Jahr, das für die Behandlung notwendig sei, bis schließlich die Idee der "ewigen Analyse" entstand.

 

Zwar werden natürlich schon aus Kostengründen therapeutische Verfahren nur in seltenen Fällen "ewig" geführt. Doch folgt eben aus der Logik der "wahren Ursache", die durch die Therapie zu entdecken sei, dass diese prinzipiell ewig sein kann. Oder anders formuliert: Wenn nach einer gewissen Zahl von Sitzungen keine Verbesserung eintrat, dann vielleicht deshalb, weil die "wahre Ursache" noch nicht gefunden wurde und man weiter zu suchen hat?

 

Wenn Sie weiterlesen möchten, stelle ich Ihnen im Folgenden ein alternatives Erklärungs- und Behandlungsmodell vor: "Den Körper lesen"