Hypnose Hamburg Dr. phil. Elmar Basse

Hypnose bei Errötungsangst

Eine Angst, von der nicht wenige Menschen geplagt werden, ist die Angst vor dem Erröten, auch Errötungsangst oder Erythrophobie genannt. Sie zählt zu den sozialen Ängsten. Ein Therapieansatz, um die Errötungsangst zu bewältigen, kann die Hypnose sein.

 

Mit der Rückführung lässt sich in der Hypnose ein Weg wählen, zugrundeliegende Ursachen der Errötungsangst aufzudecken.

 

Die Tiefenhypnose kann als lösungsorientierter Ansatz gewählt werden, um ohne den Weg über die Vergangenheit statt dessen im Hier und Jetzt das Unbewusste zu aktivieren und Heilung geschehen zu lassen. Beide Ansätze lassen sich auch kombinieren.


Eine Hypnose-Behandlung kann für viele Betroffene sehr wichtig sein, denn die Angst vor dem Erröten vermag die sozialen Kontakte sehr zu erschweren. Wie bei anderen Angsterkrankungen auch tendieren die Betroffenen nämlich zu einem Rückzugsverhalten.

 

Sie neigen dazu, soziale Kontakte zu umgehen, in denen das Erröten auftreten könnte. Sie bewerten sich selbst kritisch bzw. negativ, oft kommt es wegen des Errötens zu Selbstverurteilungen. Viele Betroffene glauben, sie seien in irgendeiner Form gestört, weil sie so häufig zum Erröten neigen.


Um mit der Errötungsangst klarzukommen, wird von den Betroffenen oft eine ganze Reihe von Hilfsmaßnahmen ausprobiert. Viele Frauen probieren, das Erröten durch Make-up zu kaschieren, durch lange Haare, Männer wie Frauen durch Gesichtsbräune, die Verwendung von Eisspray, Psychopharmaka und andere Mittel.


Trotzdem bleiben bei vielen Betroffenen Gefühle der Angst, Scham, Unsicherheit, Verzweiflung bis hin zur  Wut. Meist kreist auch das Denken um das Erröten, bis hin zu Grübelzwängen, bei denen man ständig mit der Angst vor dem Erröten beschäftigt ist. Damit verbunden sind auch vielfach körperliche Reaktionen wie Anspannung der Muskulatur, Veränderung der Atmung, Herzrasen, Zittern, Schwitzen und andere mehr.


Dabei ist das Erröten selbst etwas, das bei jedem Menschen unter bestimmten Bedingungen auftreten kann, zum Beispiel bei starken körperlichen Anstrengungen (z.B. Jogging) oder bei hohen Temperaturen.


Wir erröten aber auch, wenn wir uns schämen oder wenn uns etwas peinlich ist. Schon viele Kinder, aber auch Erwachsene erleben es so, dass sie erröten, wenn sie die Unwahrheit zu sagen oder etwas zu verheimlichen versuchen.

 

Heikel für die Betroffenen ist aber, dass das Erröten die Aufmerksamkeit gerade erzeugt. Der Beobachter schließt vom Erröten her darauf, dass in diesem errötenden Menschen wohl etwas vorgehen muss, was ihn unter Spannung setzt, z.B. eine Lüge oder ein mit Scham verbundenes Denken und Fühlen.


So erklärt sich dann auch, dass es bei der Errötungsangst um zwei verschiedene Themenkomplexe geht: das Erröten als solches und die Angst vor dem Erröten.


Naheliegend wäre es ja zu glauben, es gehe nur darum, die Angst vor dem Erröten zu mildern, dann würde das Erröten selbst mit der Zeit auch immer mehr schwinden. Tendenziell kann das auch so sein. Da zugrundeliegend aber Prozesse stattfinden, die das Nervensystem unter Spannung setzen, ist auch mit genau dieser inneren Anspannung und deren möglichen Ursachen zu arbeiten.


Der unter Errötungsangst leidende Mensch bzw. der Mensch, der leicht errötet und sich davor entsprechend fürchtet, ist häufig ein Mensch, der auf innere Reize, aber auch auf Umweltreize sehr sensibel und damit mit Anspannung reagiert. Er fühlt sich leicht "ertappt", was aber nur heißt, dass sein Nervensystem so agiert, als sei er ertappt worden. Er steht damit unter einer permanenten, chronifizierten inneren Anspannung, die ihm selbst gar nicht bewusst zu sein braucht.


Mittels Hypnose kann diese innere Anspannung, dieser chronifierte Stresszustand heruntergefahren werden. Das Ziel ist es, bisherigen Problemsituationen so begegnen zu können, dass man sich ruhig und sicher dabei fühlt. Dafür ist es häufig notwendig, dem Organismus solch einen Zustand überhaupt erst einmal erfahrbar zu machen.

 

Im hypnotischen Heilschlaf kann der Organismus ein Gefühl der Sicherheit erreichen und etablieren, mit dem sich dann in die Außenwelt hineingehen lässt. Durch die Hypnose kann der Betroffene eine Art "Lernerfahrung" von sogenanntem Urvertrauen machen: sich sicher fühlen zu können, auch wenn aus der Umwelt Stressreize gesendet werden. Der Betroffene kann sich eine "zweite Haut" schaffen, die sich wie ein Schutzmantel um seine primäre, vielleicht etwas dünne Haut legt.